Aus dem Tagebuch einer Braut

Noch 3 Tage! Der Countdown läuft …

Oben auf dem höchsten Punkt des Londoner „Millenium-Eye“ ist der richtige Moment gekommen: Frank hält um Claudias Hand an – und Claudia nimmt den Antrag an. Die Termine für die Hochzeit sind schnell gefunden: Am achten Jahrestag ihrer Beziehung, dem 18. Juni 2007, lassen sich die beiden standesamtlich trauen. Und da sowohl Claudia als auch Frank am 01. Juli Geburtstag haben, wird die kirchliche Trauung kurzerhand auf den Tag davor gelegt. Das Ja-Wort als gegenseitiges Geburtstagsgeschenk …

In den Tagen und Wochen vor der Hochzeit werden Locations besichtigt und der Ort der großen Feier ausgewählt. Einladungskarten werden verschickt, Band und Fotograf werden gebucht. Das Brautkleid wird gekauft, der Blumenschmuck bestellt. Nach einer Schoko-Schlacht am Tortenbuffet steht schließlich auch die Sitzordnung fest. Also alles in bester Ordnung. Alles? Noch drei Tage bis zur Hochzeit. Nur noch 3 Tage!

Mittwoch, 27. Juni 2007 – noch 3 Tage

Es geht voran: Heute hat die Floristin endlich meine Deko-Artikel nebst Vasen bei mir abgeholt. Unsere Wohnung, die in letzter Zeit einem Warenlager glich, sieht allmählich wieder bewohnbar aus. Nachher fahre ich mit meiner Mutter noch einmal zur Location, um die letzten Details zu besprechen. Dann, heute Abend holen Frank und sein Vater unser Brautauto ab. Eine Arbeitskollegin von Frank leiht uns ihren weißen Mercedes. Er ist Baujahr 1978 – genau wie ich. Franks Eltern haben extra die Garage geräumt für das gute Stück, damit es bis zur Hochzeit nicht mehr nass wird. Das Wetter ist weiterhin bescheiden. Jeder in meinem Umkreis studiert mindestens dreimal täglich den Wetterbericht. Die Prognosen reichen von „totaler Regen bei gerade mal 14 Grad“ bis zu „Sonnenschein und 25 Grad“. Lassen wir uns mal überraschen!

Donnerstag, 28. Juni 2007 – noch 2 Tage

Morgens um 9 Uhr laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren: Während Frank beim Friseur in Form gebracht wird, lasse ich mir eine Pediküre mit French-Fußnägeln machen. Zugegeben, in den Brautschuhen sieht das sowieso keiner. Aber in den Sandalen, die ich hoffentlich am Geburtstagsmorgen tragen kann, sehen die Nägel super aus! Apropos Wetter: Vom Sommer fehlt nach wie vor jede Spur. Ein Wolkenbruch jagt den nächsten. Die Temperaturen fallen, aber die Hoffnung wächst: Am Wochenende soll es besser werden. Nach der Pediküre fahre ich mit einer Freundin in den Großhandel. Wir wollen für den Sektempfang ein paar Knabbereien und 12 Flaschen Sekt kaufen. Nach etlichem Testtrinken – jeden Abend eine andere Sorte plus die Favoriten im direkten Vergleich – haben wir uns für „Asti semi dry“ entschieden. Leider hat der Großhandel davon nur sechs Flaschen. Als Braut kurz vor der Hochzeit kann mich so etwas gar nicht erschüttern. Schließlich hatte ich in den letzten Wochen ja ausreichend Gelegenheit, mein Krisen-Management zu perfektionieren. Wir fahren also in einen anderen Großhandel. Der hat den Sekt gar nicht! Also wieder zurück zum ersten. Einen Karton „Asti semi dry“, einen Karton „Asti Cinzano“ – basta! Um 14 Uhr haben Frank und ich unsere letzte Tanzstunde. Eins – zwei – drei – eins – zwei – drei … Wir haben den Wiener-Walzer „You and me“ als Hochzeitstanz gewählt. Wird schon schief gehen …

Freitag, 29. Juni 2007 – noch 1 Tag

Den ganzen Morgen arbeite ich in der Wohnung, packe all die Tausend Kleinigkeiten, die wir morgen brauchen, beschrifte Tüten und Kartons und deponiere alles im Flur hinter der Wohnungstür. Ob Frank mir helfen kann, die Sachen zur Kirche und ins Restaurant zu bringen? Keine Chance. Frank putzt. „Vielleicht kommt ja doch jemand in die Wohnung …“. Aha. Die frisch gebackenen Kuchen und Torten müssen ins Restaurant gefahren werden. Jemand muss die Parkplätze reservieren und Kartons mit Steinen darauf stellen. Und ich habe um 16 Uhr einen Termin im Nagelstudio. Frank putzt noch immer. Also fahre ich mit meinem Papa die Kuchen und den Krimskrams für die Feier ins Restaurant. In einer zweiten Fuhre bringen wir die Sachen für den Sektempfang zur Kirche. Meinen Maniküre-Termin übernimmt Frank. Ich schaffe es erst um 17 Uhr. Mit ausgestreckten Fingern und heraushängender Zunge sitze ich im Sessel, werde körperlich allmählich wieder ruhiger, dafür aber seelisch immer aufgeregter. Die Verwandlung zur Braut beginnt … Die perfekten Nägel sind mein erstes Hochzeitsgeschenk. Vorsichtig hüpfe ich ins Auto – jetzt nur keinen Kratzer in die Nägel machen – und rase nach Hause. Schnell umziehen und gleich wieder los: Essen gehen mit den ersten Gästen. Um 22 Uhr 30 liege ich auf dem Ausziehsofa bei meinen Eltern und versuche, trotz der bevorstehenden Hochzeit einzuschlafen. Um 23 Uhr rufe ich Frank an. Er klingt aufgeregt: „Ich brenne gerade noch ein paar CDs für die Feier, zum Kaffee, weil doch dann die Band noch nicht da ist …“. Keine Ahnung, wie lange er in dieser Nacht noch wach ist.

Samstag, 30. Juni 2007 – Heute ist der große Tag

Die Nacht war grauenhaft. Das Sofa war zu hart. Erst war mir zu heiß, dann wieder zu kalt. Um 6 Uhr weckt mich meine Mutter mit Schokoladenpudding – wie in meiner Kindheit. Es wird ernst! Draußen ist’s noch immer bewölkt. Meine Schwester fährt mich zum Friseur. Auf dem Rückweg will ich mal schnell bei den reservierten Parkplätzen vorbei schauen und wer kommt uns entgegen: Frank. Und ich mit dem Schleier auf dem Kopf. Hoffentlich hat er mich nicht gesehen. Bei meinen Eltern wartet schon die Visagistin. Also rein in die Corsage, die Strümpfe und das Brautkleid, zwei Bettlaken darüber, ein bisschen Make-up auflegen … Die Braut ist fertig! Es klingelt. Frank ist da. Mit dem Brautstrauß. Rasch noch den Reifrock, das Strumpfband und die Schuhe anziehen … wir liegen schon 20 Minuten hinter unserem Zeitplan. Und dann ist er da, der große Augenblick. Gleich wird Frank mich das erste Mal als Braut, seine Braut, sehen. Ich schwebe die Treppe hinunter. Da klingelt Franks Handy. Und er? Er geht ran. Hat man so etwas schon erlebt? Aber zum Ärgern bleibt keine Zeit. Als wir im Stadtpark ankommen, wo wir Fotos machen lassen wollen, regnet es. Wir versuchen es trotzdem – mit dem Ergebnis, dass der Saum meines Kleides schon vor der Trauung dunkel und schmutzig ist. Beim Einsteigen ins Brautauto reiße ich mir dann auch noch den Knopf aus der hochgesteckten Schleppe.

Und dann ist es soweit

Der Hochzeitsmarsch erklingt. Frank und ich, Braut und Bräutigam, ziehen in die Kirche ein. So viele Menschen … und alle Blicke sind auf uns gerichtet. Der Pfarrer hält eine wundervolle, sehr persönliche Predigt, meine Mutter, meine Schwester und meine Tante tragen die Hochzeitskerze vor, Freunde und Verwandte sprechen Fürbitten und bei der Melodie von „Everything I do, I do it for you“ tauschen Frank und ich die Ringe. Mir steigen die Tränen in die Augen, so schön ist das alles …

Vor der Kirche werden wir mit Seifenblasen begrüßt. Und Freunde haben weiße Tauben organisiert, die wir fliegen lassen. Und zwischen den vielen Gratulationen und Glückwünschen merke ich auf einmal: „Es regnet ja gar nicht“. Im Restaurant ist alles wunderschön gedeckt. Ich will mir gerade noch ein zweites Stück Hochzeitstorte holen und dann jemanden finden, der mir einen Knopf an die Schleppe nähen kann, damit ich die Schleppe nicht den ganzen Tag in der Hand halten muss, da nimmt mich eine Freundin zur Seite … und schwups bin ich entführt. Es ist 16 Uhr. Um diese Zeit hat nicht allzu viel offen. Und so gehen wir kurzentschlossen ins Ikea-Restaurant, stellen dort ein paar Tische zusammen und ordern Sekt. Dann habe ich eine zündende Idee. Wehenden Kleides marschiere ich in die hauseigene Schneiderei und schildere mein Knopfproblem. Die Chefin persönlich sucht einen passenden Knopf aus und näht ihn mir an. Endlich kann ich die Schleppe wieder hochstecken. Der von meinen Freundinnen und mir auf den Namen „Benno“ getaufte Knopf rettet den Hochzeitstanz. Frank braucht nicht lange, um mich zu finden, hatte schon geahnt, dass ich bei Ikea stecke. Bin ich so berechenbar?

Zurück im Restaurant lassen wir rote Herz-Luftballons mit Grußkarten steigen. Eine der Karten wird es bis nach Wien schaffen. Dann kommt die Hochzeitszeitung, der Hochzeitswalzer, um Mitternacht dann ein Geburtstagsständchen … Die Stimmung ist klasse. Wir feiern bis in die Puppen – und zu Hause wartet Arbeit auf uns. Unsere Freunde haben den Weg in die Wohnung mit Luftballons und viel Papier versperrt und unsere Autos mit Herzaufklebern und Klopapier dekoriert.

Sonntag, 1. Juli 2007 – der Tag danach

Was für ein Tag! War das eine tolle Feier! Und die Party geht weiter. Um 11 Uhr sitzen wir schon wieder beim Geburtstags-Brunch. Jetzt nur keine Müdigkeit vortäuschen … Um 15 Uhr sind Frank und ich wieder zu Hause. Endlich kehrt Ruhe ein und ich habe nur noch einen Gedanken: Wir sind jetzt Mann und Frau.
Happy Birthday!

Das Geheimnis Ihres Glücks

Es ist wichtig, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist!

Mit dabei

Brautpaar
Claudia & Frank
Location
Restaurant Schäfer
www.restaurantschaefer.de
Fotograf
Judith Ihl-Lange
Floristik
Blumen Rauh
www.blumenrauh.de
Hochzeitsplanung
das Hochzeitshaus
www.dashochzeitshaus.de

Kontakt

Das Hochzeitshaus
Heidestrasse 61
90542 Eckental

Telefon 09126 / 28 93 007
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